IGeL – Individuelle Gesundheitsleistungen

Was sind individuelle Gesundheitsleistungen?

Die Abkürzung IGeL steht für Individuelle Gesundheitsleistungen. Im Gegensatz zu Zusatzleistungen werden diese Leistungen von Gesetzlichen Krankenversicherungen weder ganz noch teilweise übernommen. IGeL umfasst einen Katalog von Leistungen, die Ärzte, Psychologen oder Psychotherapeuten ihren gesetzlich versicherten Patienten anbieten können, die aber von den Patienten selbst bezahlt werden müssen.

Warum muss die GKV individuelle Gesundheitsleistungen nicht übernehmen?

Die im Rahmen von IGeL angebotenen Leistungen werden als nicht „ausreichend, zweckmäßig oder wirtschaftlich“ eingestuft und müssen daher laut Sozialgesetzbuch V, §12 nicht von den Gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden.

Welche Leistungen fallen unter IGeL?

Es gibt keine verbindlichen Listen über individuelle Gesundheitsleistungen. Alle Leistungen, die Ärzte anbieten und die nicht von den Krankenversicherungen übernommen werden, fallen unter IGeL, auch wenn der behandelnde Arzt diese nicht so nennt. Zu den häufigsten individuellen Gesundheitsleistungen gehören:

  • zusätzliche Ultraschalluntersuchungen
  • ergänzende Krebsvorsorgeuntersuchungen
  • Akupunktur
  • Glaukom-Vorsorgeuntersuchungen
  • Bachblüten-Therapie
  • Bestimmte Blutuntersuchungen uvm.

 

Was muss bei IGeL beachtet werden?

Willigt ein Patient ein, eine vom Arzt vorgeschlagene individuelle Gesundheitsleistung in Anspruch zu nehmen, so muss dies in einem schriftlichen Vertrag zwischen beiden Parteien festgehalten werden. Ansonsten muss die betreffende individuelle Gesundheitsleistung nicht vom Patienten beglichen werden.

Wird die IGeL vor Ort bar bezahlt, vergessen Sie nicht, sich eine Quittung geben zu lassen.

Dies ist zum einen wichtig, falls beim Arzt Unklarheiten bei der Abrechnung entstehen, und zum anderen können IGeL unter Umständen steuerlich geltend gemacht werden. Betrifft die individuelle Gesundheitsleistung eine Maßnahme zur Heilung oder Linderung einer Krankheit, kann diese in manchen Fällen als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden.

Sind individuelle Gesundheitsleistungen sinnvoll?

Es gibt viel Kritik an den individuellen Gesundheitsleistungen. Bei einigen Angeboten besteht der Verdacht, der wirtschaftliche Vorteil für den Arzt stehe im Vordergrund und nicht die Gesundheit des Patienten. Befürworter sind andererseits der Meinung, eine umfassende gesundheitliche Versorgung sei nur durch den Einsatz von IGeL zu bewerkstelligen, da die Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen nicht ausreichen.

Auf der Seite www.IGeL-Monitor.de werden die gängigsten individuellen Gesundheitsleistungen auf ihre Sinnhaftigkeit hin bewertet.

IGeL in der Zahnheilkunde

Eine professionelle Zahnreinigung wird gerne als individuelle Gesundheitsleistung bezeichnet. Jedoch wird in der Zahnmedizin nicht von individuellen Gesundheitsleistungen gesprochen. Auch hier muss der Patient das bezahlen, was die Gesetzliche Krankenversicherung nicht übernimmt. Allerdings gibt es in der Zahnheilkunde die Ausnahme, dass bei Sachleistungen nur die Mehrkosten vom Patienten getragen werden müssen, den Rest zahlt die Krankenkasse.