GKV oder PKV – wer schneidet besser ab?

GKV oder PKV  –  wer schneidet besser ab? Ein Vergleich der gesetzlichen mit der privaten Krankenversicherung

Nicht jedem steht der Weg in die Private KrankenVersicherung (PKV) offen. Gewisse Voraussetzungen gilt es zu erfüllen. Wem dies jedoch möglich ist, der hat die Qual der Wahl. Was ist sinnvoller, freiwillig der gesetzlichen KrankenVersicherung (GKV) beizutreten oder doch einer privaten Krankenkasse?

Beitritt

+ GKV

Im Großen und Ganzen müssen die gesetzlichen Krankenkassen jeden aufnehmen unabhängig von Alter, Beruf oder Gesundheitszustand.

– PKV

Nur Selbständige, Beamte, Studenten oder Arbeitnehmer mit einem hohen Verdienst (über der Versicherungspflichtgrenze) können einer privaten Krankenkasse beitreten. Auch Angehörige von Privatversicherten, also Ehepartner mit geringem oder keinem Einkommen sowie minderjährige Kinder, werden privat versichert.

Tarife

+ – GKV

Bei gesetzlichen Krankenkassen sind die Tarife einkommensabhängig. Jedes Mitglied einer Krankenkasse muss den gleichen Prozentsatz seines Lohns als Kassenbeitrag zahlen.

+ – PKV

Bei den privaten Krankenkassen werden individuelle Beitragstarife erhoben. Diese richten sich nach Alter, Gesundheitszustand, Lebensgewohnheiten und Beruf sowie den zu versichernden Leistungen. Der Beitrag setzt sich aus dem festen Basistarif, der allen Beitrittsberechtigten offen steht, und Aufschlägen zusammen. Die Tarife können also individuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Tarifsteigerungen

+ GKV

Die Beiträge werden von Zeit zu Zeit durch die Kassen angepasst. Allerdings erfolgt die Anpassung für jedes Mitglied gleichermaßen. Für junge Menschen, die sich freiwillig gesetzliche versichern, sind die Beiträge in der Regel höher als bei den privaten Versicherungen. Allerdings steigen die Beiträge nicht mit zunehmendem Alter (es erfolgen nur Anpassungen). Jeder zahlt den gleichen Prozentsatz seines Gehalts. Wer mehr verdient, zahlt also mehr.

– PKV

Für jüngere Mitglieder liegen die Beiträge der privaten Krankenkassen in der Regel unter den Beiträgen für freiwillig gesetzlich Versicherte gleichen Alters. Allerdings steigen die Beiträge im Laufe der Versicherung erheblich an. Das Magazin „Finanztest“ hat ausgerechnet (Ausgabe 5/2014), dass Mitglieder von privaten Krankenkassen, die mit Mitte Dreißig einsteigen, beim Renteneintritt mindestens das Dreifach des Eintrittsbeitrags bezahlen müssen.

Leistungen und Behandlung

– GKV

Laut einer Studie der Uni Hamburg unter der Leitung von Jonas Schreyögg sind gesetzlich Versicherte tatsächlich im Nachteil gegenüber Privatpatienten, aber so gravierend ist es nicht. Einen Termin beim Hausarzt bekommen beide innerhalb von etwa zwei Tagen, beim Facharzt muss ein Kassenpatient allerdings mehr als doppelt so lange warten (16 Tage) wie ein Privatpatient (7 Tage). Im Wartezimmer ist ein Privatpatient nach rund einer halben Stunde an der Reihe, ein Kassenpatient wartet im Schnitt sechs Minuten länger, beim Hausarzt sogar elf Minuten.

+ PKV

Der Basistarif entspricht den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, alle zusätzlich gewählten Leistungen werden von der PKV übernommen, in der Regel aber nicht von gesetzlichen Krankenkassen. Das bedeutet, dass die Leistungen der privaten Krankenkassen die der gesetzlichen Krankenversicherung übersteigen. Private Krankenkassen nehmen zudem oft schneller neue, fortschrittliche Behandlungsmethoden und Medikamente in ihren Leistungskatalog mit auf. Auch werden rezeptfreie Medikament von privaten Krankenkassen gezahlt, solange sie von einem Arzt verschrieben wurden.

Die Entscheidung

Eine Entscheidung muss jeder für sich treffen. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, es gilt, die Krankenkassen gut zu vergleichen und die Voraussetzungen für einen Wechsel zu beachten, sei es ein Wechsel in die PKV , in die GKV oder von einer gesetzlichen in eine andere gesetzliche Kankenkasse.